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Pressemeldungen 2007 | Senioren-Union: Pflegemissstände sind einer Kulturnation unwürdig |
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Die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen im deutschen Pflegesystem aufgedeckten Missstände sind nach Auffassung des Bundesvorsitzenden der Senioren-Union der CDU Deutschlands, Prof. Dr. Otto Wulff, "einer Kulturnation unwürdig". Zum Auftakt eines Kongresses seiner Organisation zum Thema "Pflege in der Krise - was ist zukunftssicher?", der heute, Montag, 15. Oktober, in Hannover begann, erklärte Wulff: "In Deutschland scheint einiges durcheinander geraten zu sein: Wer Tiere quält, wird unverzüglich von öffentlichen Demonstrationen begleitet zur Rechenschaft gezogen - werden aber Menschen in unserem Pflegesystem ihrer Würde beraubt, kräht kaum ein Hahn danach, und Demonstrationen gibt es schon gar nicht!" Wulff betonte, es liege ihm fern, den unermüdlichen und vorbildlichen Einsatz der meisten Pflegekräfte und vieler Familienangehörigen zu diskreditieren. Es könne aber im System etwas nicht stimmen, "wenn in bis zu 30 Prozent der Pflegefälle Auffälligkeiten entdeckt" würden. "Jeder einzelne Fall ist ein Fall zu viel, und die Dunkelziffer lässt erschrecken," sagte der CDU-Senioren-Chef. Insbesondere müssten Anreize geschaffen werden, um die Rehabilitation älterer Demenzkranker zu fördern. "Es kann doch nicht wahr sein, dass derjenige, der einen Pflegefall nur 'verwahrt', nach dem derzeitigen Punktsystem mehr bekommt, als derjenige, der einen Pflegebedürftigen erfolgreich rehabilitiert und in ein normales Lebensumfeld zurückführt!" Die Senioren-Union plädiere deshalb dafür, das derzeitige Stufenmodell in der Pflegeversicherung durch ein flexibleres Punktesystem, das der "Lebenswirklichkeit" angepasst sei, zu ersetzen. Auch müsse der Pflegebedürftigkeitsbegriff angesichts der demographischen Entwicklung und der damit verbundenen steigenden Zahl von Demenzerkrankungen "völlig neu definiert" werden. Und der Prävention müsse von den Krankenkassen "spätestens ab dem 40. Lebensjahr" eine weitaus größere Bedeutung als bisher eingeräumt werden: "Wer gesund und bewegungsaktiv lebt, wer regelmäßig Sport treibt, der schützt sich nachweislich vor früher Demenz - das aber sollten die Krankenkassen auch durch Bonus-Systeme honorieren." Darüber hinaus sprach sich Wulff für die Renten-Anrechenbarkeit von Pflegezeiten im häuslichen Bereich - nach dem Vorbild der Erziehungszeiten bei Kindern - für pflegende Angehörige aus. "Das ist wichtiger, als den Kindern einige Urlaubstage zur Überweisung von Angehörigen in ein Pflegeheim zu gewähren." Auch solle Rentnern für eine Übergangszeit von mindestens fünf Jahren die Hälfte des Beitrags für die Pflegeversicherung aus Haushaltsmitteln gewährt werden. Hannover, 15. Oktober 2007 |










